Die neue SAP Business Data Cloud – Das solltest Du wissen

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Swen Göllner

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Was ist die SAP Business Data Cloud?

Für die SAP Business Data Cloud wurden neue Services mit bereits bekannten zu einem neuen Software-as-a-Service-Angebot verwoben. Dazu gehören:

  • Object Store von Databricks
  • Data Engineering von Databricks
  • Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning
  • Joule: KI-Assistent von SAP
  • Die hauseigene SAP Datasphere
  • Das Business Warehouse 7.5 oder SAP BW/4HANA (gehostete Option in der Private Cloud Edition)
  • SAP Analytics Cloud

In ihrer Gesamtheit zielen diese Bausteine darauf ab, alle SAP-Daten zu vereinheitlichen und mit externen Datenquellen zu verbinden.

Welche Probleme löst die SAP Business Data Cloud für Unternehmen?

Viele Unternehmen kämpfen mit Datensilos – also gefüllten Datenspeichern, die die Daten nur schlecht für andere Systeme zur Verfügung stellen können. Die Business Data Cloud von SAP will dieses Problem lösen, indem sie Daten aus verschiedenen Quellen – sowohl aus SAP- als auch aus Nicht-SAP-Systemen – zusammenführt und harmonisiert.

Wenn das gelingt, ist eine einheitliche Sicht auf alle geschäftskritischen Daten möglich. Aufwendige Datenextraktionen oder -replikationen stehen dann einer schnellen Analyse-Anfrage nicht mehr im Weg.

Der verstärkte Einsatz von KI-Prozessen soll die Prognosegenauigkeit erhöhen und die Berichtszyklen verkürzen. Kurz gesagt: Die BDC soll insgesamt schneller und genauer arbeiten als vergleichbare Systeme zuvor.

SAP setzt bei der Business Data Cloud strategisch auf Databricks, um moderne Analyse- und KI-Funktionen anzubieten, die über den bisherigen Funktionsumfang der SAP-eigenen Plattformen hinausgehen. Insbesondere im Bereich „Data Lakehouse“-Architektur, Delta-Sharing und Machine Learning gilt Databricks als führend – ein Know-how, das SAP in dieser Tiefe bisher nicht selbst entwickelt hat.

Diese Abhängigkeit birgt jedoch Risiken: Databricks ist ein eigenständiges Unternehmen mit IPO-Ambitionen. Sollte es in Zukunft von einem SAP-Wettbewerber übernommen werden, könnte die enge Integration zum strategischen Nachteil werden. Zudem führt die Entscheidung zu einem gewissen Kontrollverlust – sowohl technisch als auch hinsichtlich Lizenzstruktur und Innovationsgeschwindigkeit.

Typische Anwendungsfälle der SAP Business Data Cloud

Typische Einsatzszenarien für die SAP Business Data Cloud dürften im Bereich integrierter Planung, Supply Chain Management und Finanzanalyse liegen. Unternehmen können die Plattform beispielsweise nutzen, um Produktionsdaten aus S/4HANA mit externen Marktdaten zu kombinieren und daraus Lieferkettenprognosen zu generieren.

Auch im Personalwesen ist der Einsatz der BDC denkbar – etwa zur Harmonisierung von Personaldaten aus SAP SuccessFactors mit Abwesenheits- oder Leistungsdaten aus Drittsystemen. Ziel ist es jeweils, heterogene Datenquellen in einem semantisch einheitlichen Modell zusammenzuführen, das für KI-gestützte Auswertungen nutzbar ist.

Modernisierungsmöglichkeit für SAP BW-Bestandskunden

SAP denkt bei der Einführung der neuen Business Data Cloud auch an vorhandene SAP BW-Kunden. Gerade für diejenigen mit Version 7.5 und älter besteht die Möglichkeit zur Modernisierung. Diese Kunden sollen ihr BW-System in die neue Plattform verlagern können.

Vermutlich entstand diese Möglichkeit nicht ganz ohne Hintergedanken. Es ist möglich, dass alte Systeme auf lange Sicht aus dem Programm genommen werden sollen. Für SAP entstünde so der Vorteil, dass irgendwann kein teurer Parallelbetrieb mehr nötig ist.

Die Migration von SAP BW oder BW/4HANA auf die BDC ist kein reines Lift-and-Shift-Projekt. Zwar lassen sich einige bestehende Inhalte in die neue Architektur überführen, doch viele Komponenten – insbesondere kundenspezifische ABAP-Logik – sind in der Cloud nicht mehr direkt ausführbar. Für BW-Modelle mit starker Individualentwicklung kann das bedeuten, dass große Teile neu modelliert werden müssen.

Zudem stellt sich die Frage nach dem Datenkontext: Die semantische Ebene der BDC unterscheidet sich konzeptionell von der BW-Schicht. Wer saubere Migrationsergebnisse erwartet, muss die vorhandenen Datenflüsse genau analysieren und gegebenenfalls neu abbilden.

Die Hauptfunktionen der SAP Business Data Cloud

​Die Business Data Cloud bietet laut SAP eine Vielzahl von Funktionen. Übergeordnet sollen Unternehmen dabei unterstützt werden, ihre Daten effektiver und schneller in die Ebene der Entscheidungsfindung zu heben. Die Funktionen setzen sich aus drei Bausteinen zusammen.

Insight-Apps

Mit vorkonfigurierten Anwendungen und kuratierten Datenprodukten ermöglicht die Plattform:​

  • Verknüpfung von Erkenntnissen mit Geschäftsentscheidungen: In die Entscheidungsfindung fließen mehrere Analyseanwendungen und Personalanalysen ein.​
  • Zugriff auf vertrauenswürdige Datenprodukte: Vollständig verwaltete Datenprodukte werden bereitgestellt, so wird der Aufwand für die Datenextraktionen reduziert.

Wachsendes Ökosystem: Anwender können eigenes Fachwissen einfließen lassen und eigene Insight-Apps über das Business-Data-Cloud-Netzwerk bereitstellen.​

Einheitliche Datenplattform

Die Plattform soll die Integration von SAP- und Drittanbieterdaten ermöglichen, zusammengefasst in einer verwalteten SaaS-Lösung:​

  • Datenorganisation: Durch die Anreicherung von Daten mit Wissensgraphen bleiben Geschäftsmetadaten und Semantik erhalten, wodurch Daten durchsuchbar und aussagekräftig werden sollen.​
  • Vermeidung von Datenkopien: Mit Funktionen wie Delta-Sharing und Datenbündelung können die Unternehmen laut SAP ohne Datenduplizierung arbeiten.​
  • Beschleunigte KI-Entwicklung: Durch die Integration von SAP Databricks sollen Werkzeuge entstehen, um KI-Modelle und Anwendungen mit generativer KI zu erstellen.

KI mit Kontext

Die Plattform soll laut SAP eine vertrauenswürdige Datengrundlage für zuverlässige KI-Anwendungen schaffen:​

  • Geschäftsdaten als KI-Basis: Durch die Verknüpfung von Daten, Metadaten und Geschäftsprozessen mit einem Wissensgraphen können Insight-Apps und KI-Systeme Daten im richtigen Kontext verstehen.​
  • Automatisierung wichtiger Aufgaben: Mit Joule, dem Copiloten mit generativer KI von SAP, sollen funktionsübergreifende Aufgaben effizienter erledigt werden.​

Prognosen und Simulationen: KI wird genutzt, um komplexe Planungs- und Analyseaufgaben wie Risikobewertungen, Prognosen und erweiterte Simulationen zu automatisieren.​

Joule in der Praxis: Was der SAP-KI-Assistent können soll

Joule, der KI-Copilot von SAP, ist ein wichtiger Bestandteil der BDC-Strategie. Die generative KI greift laut SAP direkt auf den Geschäftskontext zu, um Fragen in natürlicher Sprache zu beantworten oder Analysen vorzuschlagen.

Denkbar ist die automatische Berechnung einer Lieferantenbewertung oder die Simulation des Cashflow – sofern die Datenmodelle sauber angebunden sind. Allerdings hängt die tatsächliche Nutzbarkeit stark davon ab, wie gut die semantische Verknüpfung im Hintergrund gepflegt ist.

Die SAP Business Data Cloud aus Kundensicht: Die großen Fragezeichen

Dass SAP das neue Produkt positiv und im besten Licht darstellt, ist so klar wie nachvollziehbar. Für Neukunden und Einsteiger ohne eigene On-Premises-Infrastruktur und/oder Datensemantik dürfte der Einstieg relativ problemlos ablaufen – wenngleich sowohl Know-how als auch der Personalstand die sinnvolle Nutzung hergeben müssen.

Für Unternehmen, die bereits tiefer in der Materie stecken, könnten sich folgende Überlegungen und Herausforderungen ergeben:

  • On-Premises-Strategie: Da die BDC ein verwalteter Cloud-Service ist, stellt sie keine Option für Kunden dar, die eine On-Premises-Strategie verfolgen.
  • Datensemantik: Unternehmen, die ihre Datensemantik bereits eigenständig aufgebaut haben oder sich auf Technologien von Drittanbietern verlassen, könnten nur begrenzt von den vordefinierten Inhalten der BDC profitieren.
  • Zukunft von Databricks: Databricks steht möglicherweise vor einem Börsengang oder einer Übernahme. Falls ein Wettbewerber von SAP Databricks übernimmt, könnte dies langfristig Einfluss auf die Zusammenarbeit zwischen den Plattformen haben.
  • Preismodelle und Lizenzierung: Noch sind wenige Details dazu bekannt, wie SAP die BDC lizenzieren und bepreisen wird. Unternehmen, die bereits mit anderen Datenplattformen arbeiten, werden genau prüfen, ob sich die Investition und der Umstieg für ihren Anwendungsfall lohnen.

Das Pricing-Modell der BDC basiert auf sogenannten Capacity Units (CUs), ähnlich wie bei anderen SAP Cloud-Produkten. Die Mindestlizenz liegt aktuell bei 966 CUs – das entspricht etwa 25 BI-Nutzern. Für kleinere Unternehmen kann das bereits eine relevante Einstiegshürde sein, insbesondere da viele Funktionen wie Databricks-Nutzung oder erweiterte Automatisierung zusätzliche Einheiten beanspruchen.

Unternehmen, denen die neue Plattform eine zu große Investition darstellt – insbesondere auch personell – finden in unserem Artikel *Alternativen zur SAP Business Data Cloud*.

Vendor-Lock-in: SAP Abhängigkeit auflösen und eine Alternative finden

Der Einstieg in SAP führt im Grunde unweigerlich zu einem stetig wachsenden Vendor-Lock-in. Diese Abhängigkeit entsteht, wenn Unternehmen ihre Prozesse tief in die proprietären Systeme und Standards von SAP integrieren. Dass diese vollständige Abhängigkeit von SAP mitunter finanziell schmerzhaft sein kann, hat sich zuletzt bei einem Update gezeigt.

Was bietet die bimanu Cloud – und was macht sie anders als die SAP BDC?

bimanu ist eine vollintegrierte Datenplattform, die maximale Flexibilität bei Datenmodellierung, Integration und Analyse bietet – unabhängig von Herstellern und Systemen. Für Unternehmen, die nicht auf das SAP-Ökosystem setzen möchten, ist bimanu eine leistungsstarke und offene Alternative.

Funktion / Merkmal bimanu Cloud SAP Business Data Cloud
Herstellerunabhängigkeit systemoffen Fokus auf SAP-Ökosystem
Modellierung (z. B. Data Vault) Automatisiert & individuell erweiterbar SAP HANA nicht nativ mit Data Vault 2.0 kompatibel
Automatisierung Vollständig integriert (z. B. Konnektoren) Teilweise, abhängig von SAP Services, bisher unzureichende Informationen
Integration von Drittquellen Ohne Einschränkungen Fokus auf SAP & ausgewählte Partner
Historisierung & Nachvollziehbarkeit Standardmäßig enthalten erfordert spezifische Implementierungen, teils mit erheblichem Aufwand
Kostenmodell Transparent, unabhängig von SAP Abhängig von SAP-Lizenzlogik
Dashboards & BI-Reports Beliebige Tools integrierbar (z. B. Power Bl, Tableau) Fokus auf SAP Analytics Cloud

 

    • Data Vault- und multidimensionale Modelle: Lassen sich mit bimanu ohne tiefgreifende SQL-Kenntnisse erstellen und anpassen.
    • Agile Datenintegration: Dank vorkonfigurierter Schnittstellen werden externe Datenquellen einfach angebunden und harmonisiert.
    • Analyse & Reporting: Dashboards und Berichte lassen sich exakt zuschneiden und iterativ weiterentwickeln.
    • Automatisierte Historisierung: Datenmodelle werden versioniert und mitlaufend historisiert, ohne händische Implementierung.

BI-Plattform in 2 Wochen einsatzbereit mit bimanu Cloud – Speziell für den Mittelstand entwickelt!

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SAP Business Data Cloud – Häufige Fragen und Antworten

Welche Rolle spielt Databricks in der SAP Business Data Cloud?

Databricks ist als Technologiepartner in die SAP Business Data Cloud integriert. Es bietet Funktionen für Datenverarbeitung, maschinelles Lernen und erweiterte Analysen.

Wie hängt die SAP Business Data Cloud mit SAP Datasphere zusammen?

SAP Datasphere ist ein zentraler Bestandteil der SAP Business Data Cloud. Sie dient als semantische Datenschicht und sorgt dafür, dass Daten mit ihrem Geschäftskontext angereichert und genutzt werden können.

Was ist Databricks Connect und wie wird es in der SAP Business Data Cloud genutzt?

Databricks Connect ist eine Schnittstelle, die es Entwicklern ermöglicht, von ihren lokalen Umgebungen aus auf eine Databricks-Instanz zuzugreifen. In der SAP Business Data Cloud wird Databricks Connect genutzt, um Datenverarbeitung und KI-Modelle in bestehende SAP-Datenpipelines zu integrieren.

Ist die SAP Business Data Cloud eine Business Intelligence (BI) Software?

Nein, die SAP Business Data Cloud (BDC) ist keine klassische Business Intelligence (BI) Software, sondern eine Datenmanagement- und Integrationsplattform. Sie soll Unternehmen helfen, Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen zu verbinden, zu harmonisieren und für Analysen bereitzustellen.

Ist die SAP Business Data Cloud ein Data Warehouse?

Nein, die SAP Business Data Cloud ist kein reines Data Warehouse, sondern eine erweiterte Datenplattform. Sie enthält zwar Data-Warehouse-Funktionen (z. B. die gehostete Option von SAP BW/4HANA), bietet aber zusätzlich semantische Datenanreicherung, KI-gestützte Analysen und eine offene Architektur für verschiedene Datenquellen.

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Über den Autor

Swen Göllner ist Gründer und Geschäftsführer von bimanu GmbH und bimanu Cloud Solutions GmbH, zwei Unternehmen, die sich auf Business Intelligence, Data Warehouse und Cloud-Anwendungen spezialisieren.Er hat einen Abschluss in Wirtschaftsinformatik von der F.O.M Fachhochschule für Ökonomie und Management Neuss und einen MBA General Management von der Düsseldorf Business School an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.Außerdem ist er Host des Podcasts „Wertgeschätzt – der Business Intelligence Podcast“ – der Nummer 1 Business Intelligence Podcast und Autor des Buches „33 Impulse für einfache Datenstrategien im Mittelstand ZEIT SPAREN, KOSTEN SENKEN, UMSATZ STEIGERN“.

Swen Göllner

Gründer & Geschäftsführer

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