Datenmodelle: Da müssen Betreiber von Data Warehouses wissen

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Swen Göllner

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Ohne Ordnung keine Analyse: Je besser Daten strukturiert sind, desto einfacher lassen sie sich analysieren und desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Datenmodelle sind dabei der Bauplan, der festlegt, wie Informationen gespeichert, verknüpft und genutzt werden können. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die gängigen Modellierungsansätze für Data Warehouses und zeigt, wie sich diese weiterentwickeln.

Was sind Datenmodelle?

Ein Datenmodell beschreibt, wie Daten organisiert und miteinander verknüpft sind. In einem Data Warehouse geht es darum, Informationen so zu modellieren, dass sie schnell und nachvollziehbar für Analysen verfügbar sind. Ein durchdachtes Modell hilft dabei, Daten konsistent zu halten und den Zugriff auf große Datenmengen zu ermöglichen.

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Der Prozess, mit dem ein Datenmodell erstellt wird, nennt sich Datenmodellierung. Wenn Du eine neue Datenbankstruktur entwickelst, starte damit, den Datenfluss darzustellen. Definiere dabei wichtige Aspekte wie Datenformate, Beziehungen zwischen den Daten und Funktionen, die für die Verarbeitung benötigt werden. Diese Informationen werden im Datenmodell zusammengefasst.

Datenmodell Cheat Sheet: Die wichtigsten Begriffe schnell erklärt

Standardisierte Datenmodelle: Vorgefertigte und bewährte Strukturen, die für bestimmte Branchen oder Anwendungsfälle entwickelt wurden (z. B. SAP-Datenmodelle).

Normalisierte Datenmodelle: Datenstrukturen, bei denen redundante Informationen vermieden werden, indem sie auf mehrere Tabellen verteilt werden.

Simulierte Datenmodelle: Modelle, die mit Test- oder Dummy-Daten erstellt werden, um Prozesse und Strukturen zu prüfen, bevor reale Daten integriert werden.

Semantische Datenmodelle: Modelle, die den Fokus auf die Bedeutung und Beziehungen der Daten legen, um eine nutzerfreundliche Interpretation zu ermöglichen.
Logische Datenmodelle: Beschreiben die Datenstruktur auf einer abstrakten Ebene, unabhängig von der technischen Umsetzung. Enthalten Informationen über Attribute, Beziehungen und Regeln, ohne sich um konkrete Technologien zu kümmern.

Warum sind Datenmodelle für Business Intelligence wichtig?

In den Unternehmen steigt der Bedarf an Datenanalysen immer weiter an – allein schon wegen des Kostendrucks und der nötigen Wettbewerbsvorteile. Um dabei allen Anforderungen entsprechen zu können, müssen unstrukturierte bzw. Rohdaten in verwertbare Informationen umgewandelt werden. Die Visualisierung spielt hierbei eine sehr bedeutsame Rolle. Denn erst durch diese optische Darstellung werden die Daten für die meisten Nutzer greifbar.

Diese Informationsgewinnung für Visualisierungszwecke ist die Aufgabe des Datenmodells. Wer heute Business Intelligence betreibt, muss sich deshalb auch über die Modellierung seiner Daten Gedanken machen. Für die Vorbereitung der Analyse ist dieser Schritt wesentlich. Er dient der Datenbereinigung, der Definition von Kennzahlen und letztlich der Erhöhung der Datenqualität.

Im Business Intelligence-Kontext sind gerade die multidimensionalen Datenräume wichtig. Wenn Du hier leistungsorientierte Datenmodelle erstellen möchtest, eignen sich insbesondere das Starschema und das Snowflake Schema.

Klassische Modellierungstechniken

Daten lassen sich in verschiedenen Schemata modellieren. Die Auswahl erfolgt anhand der jeweiligen Vor- und Nachteile und den Zielen der Modellierung.

Sternschema (Star)

Das Sternschema ist eine weit verbreitete Methode für die Datenmodellierung in Data Warehouses. Es besteht aus einer zentralen Faktentabelle, die mit mehreren Dimensionstabellen verbunden ist.

Beispiel:

  • Faktentabelle: Verkäufe mit den Spalten Umsatz und Produktanzahl.
  • Dimensionstabellen: Kunden, Produkte, Zeiträume.

Vorteile:

  • Einfache Struktur, die sich gut für Abfragen eignet.
  • Optimierte Performance bei aggregierten Analysen.

Nachteile:

  • Höherer Speicherbedarf durch redundante Daten in den Dimensionstabellen.

Schneeflockenschema (Snowflake)

Das Schneeflockenschema ist eine Erweiterung des Sternschemas, bei der die Dimensionstabellen weiter normalisiert werden, um Redundanzen zu verringern. Dadurch entsteht eine feinere Struktur, die mehr Verknüpfungen zwischen den Tabellen enthält.

Vorteile:

  • Weniger Redundanz und damit reduzierter Speicherbedarf.
  • Klare Trennung der Daten, wodurch Änderungen leichter nachvollziehbar sind.

Nachteile:

  • Komplexere Abfragen, da mehrere Tabellen miteinander verknüpft werden müssen.
  • Kann zu längeren Abfragezeiten führen.

Data Vault

Das Data Vault-Modell wurde entwickelt, um eine bessere Skalierbarkeit und Nachvollziehbarkeit zu bieten. Es unterteilt die Daten in sogenannte Hubs, Links und Satelliten:

  • Hubs: Zentral gespeicherte Schlüsselinformationen (z.B. Kundennummern).
  • Links: Verbindungen zwischen verschiedenen Hubs.
  • Satelliten: Detailinformationen, die an Hubs oder Links hängen.

Vorteile:

  • Geeignet für große, komplexe Datenlandschaften.
  • Änderungen können einfach nachvollzogen werden.

Nachteile:

  • Die Implementierung kann aufwändiger sein.

Allgemeine Vorteile der Modelle

Unternehmen speichern Daten wie Geschäftszahlen oder das Nutzerverhalten auf ihrer Website häufig in relationalen Datenbanken. Solche Datenbanken erleichtern die Organisation und das Abrufen der gespeicherten Informationen.

Ein gut durchdachtes Datenmodell sorgt dafür, dass die Datenbank leichter aufgebaut werden kann, die Abfragezeiten kürzer werden, unnötige Dopplungen vermieden werden und der Speicherbedarf niedrig bleibt. Ohne ein passendes Modell können Systeme wie Data Warehouses ihr Potenzial jedoch nicht voll ausschöpfen.

Neuentwicklungen und Trends

In den letzten Jahren hat sich die Modellierung durch neue Konzepte und Ansätze verändert. Zwei Entwicklungen haben dabei eine besondere Aufmerksamkeit verdient:

Data Lakehouse

Das Konzept eines Data Lakehouse kombiniert die Stärken von Data Warehouses und Data Lakes. Es ermöglicht die Verarbeitung von strukturierten und unstrukturierten Daten in einer einzigen Plattform und erleichtert gleichzeitig die Durchführung von Analysen.

Data Mesh

Mit einem Data Mesh wird die Verantwortung für Daten auf mehrere Teams verteilt, die unabhängig voneinander arbeiten können. Dieser Ansatz eignet sich besonders für Unternehmen, die eine dezentrale Organisation bevorzugen und eine höhere Unabhängigkeit zwischen den Teams anstreben.

Tipps zur Umsetzung

  • Ziele klären: Überlege, welche Anforderungen das Data Warehouse erfüllen muss, und wähle das passende Modell.
  • Einfach starten: Beginne mit einem leicht verständlichen Modell wie dem Sternschema, wenn Du bisher wenig Erfahrung hast.
  • Regelmäßige Überprüfung: Passe die Datenstruktur an, wenn sich die Anforderungen oder Datenmengen verändern.
  • Qualität sichern: Eine gute Datenqualität ist die Basis für ein funktionierendes Modell. Hier lohnen sich auch Investitionen.
  • Werkzeuge nutzen: Setze auf Automatisierungstools, um die Arbeit mit großen Datenmengen zu erleichtern.

Zusammenfassung

Die Modellierung von Daten im Data Warehouse sorgt für eine stabile und performante Datenbasis. Ob Du ein Sternschema, ein Schneeflockenschema oder ein Data Vault einsetzt, hängt davon ab, wie komplex Deine Daten sind und was Du damit erreichen willst.
Neue Ansätze wie Data Lakehouses und Data Mesh bieten Dir zusätzliche Wege, die über klassische Modelle hinausgehen. Wichtig ist, dass Du die richtige Balance zwischen Geschwindigkeit, Speicherplatz und Einfachheit findest.

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Datenmodelle – Häufige Fragen und Antworten

Was ist ein Datenmodell?

Ein Datenmodell beschreibt, wie Daten in einer Datenbank oder einem Data Warehouse organisiert, gespeichert und miteinander verknüpft sind. Es bildet die Grundlage, um Informationen zu strukturieren und zugänglich zu machen.

Warum ist ein Datenmodell wichtig?

Ein gut durchdachtes Datenmodell sorgt dafür, dass:

  • Daten übersichtlich strukturiert sind.
  • Abfragen schnell ausgeführt werden.
  • Redundanzen vermieden werden.
  • Speicherplatz wirklich optimal genutzt wird.

Wann sollte ich ein Sternschema verwenden?

Ein Sternschema ist ideal, wenn Du schnelle Abfragen und eine einfache Datenstruktur benötigst. Es eignet sich besonders für analytische Berichte, bei denen die Performance im Vordergrund steht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Stern- und einem Schneeflockenschema?

Im Sternschema sind die Dimensionstabellen denormalisiert, was die Struktur einfacher und Abfragen schneller macht. Im Schneeflockenschema werden Dimensionstabellen hingegen normalisiert, wodurch Speicherplatz eingespart wird, aber die Abfragen komplexer werden.

Was macht Data Vault besonders?

Data Vault trennt Daten in drei Kategorien:

  • Hubs: Kerninformationen (z. B. Kunden-ID).
  • Links: Verbindungen zwischen Daten (z. B. Kunde ↔ Kauf).
  • Satelliten: Zusätzliche Details (z. B. Kundendaten oder Produktinformationen).

Wie kann ich das richtige Datenmodell auswählen?

Für einfache Analysen und schnelle Abfragen: Sternschema.

Für speichersparende und strukturierte Daten: Schneeflockenschema.

Für komplexe Daten und hohe Flexibilität: Data Vault.

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Über den Autor

Swen Göllner ist Gründer und Geschäftsführer von bimanu GmbH und bimanu Cloud Solutions GmbH, zwei Unternehmen, die sich auf Business Intelligence, Data Warehouse und Cloud-Anwendungen spezialisieren.Er hat einen Abschluss in Wirtschaftsinformatik von der F.O.M Fachhochschule für Ökonomie und Management Neuss und einen MBA General Management von der Düsseldorf Business School an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.Außerdem ist er Host des Podcasts „Wertgeschätzt – der Business Intelligence Podcast“ – der Nummer 1 Business Intelligence Podcast und Autor des Buches „33 Impulse für einfache Datenstrategien im Mittelstand ZEIT SPAREN, KOSTEN SENKEN, UMSATZ STEIGERN“.

Swen Göllner

Gründer & Geschäftsführer

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