Energiemanagementsystem – Wer braucht es und was bringt es?

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Swen Göllner

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Energiemanagementsystem: Wenn Sie verantwortungsbewusst und wirtschaftlich die verbrauchte Energie in Ihrem Unternehmen auswerten und optimieren und dadurch Kosten einsparen möchten, benötigen Sie ein Energiemanagementsystem. Gerade für energieintensive Betriebe, die an einem Spitzenausgleich und einer Kostensenkung interessiert sind, besitzt das Energiemanagementsystem hohe Relevanz.

Was ist Energiemanagement?

Wenn Ihr Unternehmen ein Energiemanagement betreibt, nehmen Sie eine systematische Analyse Ihres Energieverbrauchs vor und optimieren diesen. Die Nutzung einer Energiemanagement Software ist dabei ein zentraler Bestandteil der Planung und Durchführung dieser Optimierungsmaßnahmen. Sie überlassen beim Betrieb Ihrer Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten nichts dem Zufall, sondern entscheiden sich für ein planvolles Vorgehen.

Das Energiemanagement erfüllt viele Funktionen. Es dient der Sicherstellung der Versorgungssicherheit und soll die Energieversorgung unterbrechungsfrei halten. Die Gewährleistung einer hohen Spannungs- und Stromqualität spielt ebenfalls eine Rolle. In Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit trägt das Management dazu bei, sich niedrige Strom- und Wärmepreise zu sichern.

Umweltgesichtspunkte sind von besonderer Bedeutung. Das Management soll eine höhere Energieeffizienz im Unternehmen erreichen und damit Ressourcen und die Umwelt schonen. Dazu ist es erforderlich, den Energieeinsatz zu verringern. Zu den weiteren Zielen gehört es, eine Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern herzustellen.

Diese Form des Managements findet in der Praxis vielfältige Anwendung. Für Unternehmen ist es gerade in der Produktion und in der Logistik wichtig. Seine Bedeutung hat es aber auch im Wohnungsbau oder als Gebäudeenergiemanagement, um die Energienutzung in komplexen Funktionsgebäuden zu verbessern.

Welche Norm ist für das Energiemanagement relevant?

Wie der Aufbau und die Pflege eines Energiemanagementsystems (EnMS) aussehen können, ist in der internationalen Norm DIN EN ISO 50001 beschrieben. Hier sind die Anforderungen definiert, die Sie mit Ihrem Unternehmen erfüllen müssen, um eine Zertifizierung Ihres Energiemanagementsystems zu erreichen. Es besteht jedoch keine gesetzliche Zertifizierungspflicht. Damit bleibt Ihnen die Entscheidung überlassen, ein EnMS einzuführen oder nicht.

Erforderlich ist eine Zertifizierung nur dann, wenn sich Ihr Betrieb zukünftig Entlastungen bei der Strom- oder Energiesteuer wünscht. Außerdem sind Teilbefreiungen bei der EEG-Umlage an eine entsprechende Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 geknüpft. Das kann für energieintensive Unternehmen eine große Bedeutung haben.

Wer die EEG-Umlage begrenzen möchte, ist ab einem Verbrauch von 10 GWh pro Jahr zum EnMS verpflichtet. Die Anerkennung des EnMS erfolgt entweder durch Zertifizierung nach ISO 50001 oder durch eine nach EMAS-VO durchgeführte Registrierung.

Um das Management systematisch zu betreiben, erfasst Ihr Unternehmen alle Energieflüsse. Zu berücksichtigen sind die Energiequellen, der Energieeinsatz und die Frage, welche Energieverbraucher vorhanden sind. Zudem müssen Sie zu einer Einschätzung gelangen, wie der aktuelle Stand der Energieeffizienz bei Ihnen aussieht. Auf Grundlage dieser Erfassung und Analyse lassen sich organisatorische und technische Maßnahmen ableiten, die der Optimierung dienen.

Welche Vorteile hat ein Energiemanagementsystem?

Mit einem EnMS sind zahlreiche Vorteile für die Betriebe verbunden. Dazu gehören eine höhere Nachhaltigkeit und die Reduzierung von Umweltbelastungen. Es ist nicht zu unterschätzen, welchen Einfluss Verbesserungen im Rahmen eines Energiemanagements in Bezug auf die Umweltfreundlichkeit und die Transparenz haben können. Die Kunden belohnen die Maßnahme im Idealfall mit einem höheren Vertrauen.

Weitere Vorteile sind:

  • Reduktion der Kosten
  • Verursachergerechte Zuordnung und Transparenz über die Energieverbräuche
  • Sensibilisierung der Mitarbeiter
  • Sicherstellung der Energieversorgung
  • Ermittlung und Minimierung der CO2-Emissionen

Entscheidende Vorteile erlangen die Unternehmen durch eine Verbesserung der Effizienz und geringere Energiekosten. Das EnMS führt häufig direkt zu Maßnahmen, die den Energieverbrauch senken. Hinzu kommen finanzielle und steuerliche Entlastungen, sobald das EnMS anerkannt ist. Die Regierung bietet mit einer Vielzahl von Förderungsmöglichkeiten dem Mittelstand die Chance, seiner Verantwortung beim Thema Nachhaltigkeit, erneuerbaren Energien etc. nachzukommen.

Welche Anforderungen stellen die ISO 50001 an das EnMS?

Um Vorteile wie den Spitzenausgleich zu erlangen, ist die Zertifizierung des Energiemanagements nach ISO 50001 erforderlich. Diese ist wiederum an verschiedene Bedingungen geknüpft. Ihr Betrieb muss konkret festhalten, welche Maßnahmen zur Leistungsoptimierung vorhanden sind. Die Ergebnisse müssen messbar sein. Weiterhin ist zu definieren und zu dokumentieren, wo die Grenzen des EnMS liegen.

Zudem ist es erforderlich, dass das EnMS bereits eine gewisse Laufzeit von zum Beispiel drei Monaten vorweisen kann, bevor eine Zertifizierung möglich ist. Nur dann lässt sich die Wirksamkeit nachweisen.

Welche Aufgabe hat der Energiemanagement-Auditor?

Kleine und mittlere Unternehmen, die ihrer Größe nach der KMU-Definition der EU genügen, können auch ohne EnMS vom Spitzenausgleich nach Strom- und Energiesteuergesetz profitieren. Voraussetzung dafür ist, dass sie entweder ein alternatives System für die Verbesserung der Energieeffizienz einführen oder ein sogenanntes Energieaudit durchführen. Dafür bestellen die KMU einen Energiemanagement-Auditor.

Energieaudits sind in der Norm DIN EN 16247-1 definiert. Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) sieht sogar eine Verpflichtung zu einem solchen Energieaudit für Unternehmen vor, die keine KMU sind. Hier ist auch festgehalten, dass die Betriebe ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 einzusetzen haben oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS einführen müssen.

Darüber hinaus ist es jederzeit möglich, einen Energiemanagement-Auditor freiwillig zu beauftragen. Das ist nützlich, um sich einen Überblick über die aktuelle Energieeffizienz im Unternehmen zu verschaffen.

Beim Energieaudit nach EN 16247-1 erfolgt eine systematische Inspektion und Analyse des Einsatzes und Verbrauchs von Energie zum Beispiel in einer Organisation wie einem produzierenden Betrieb.

Der Energiemanagement-Auditor erfasst alle quantifizierbaren Parameter, die den Energieverbrauch beeinflussen. Anschließend verfasst der Auditor einen Bericht und dokumentiert den gesamten Prozess.

5 Schritte zu Ihrem Energieaudit

energieaudit

Wie sieht der Aufbau eines Energiemanagementsystems aus?

Der Aufbau eines EnMS setzt sich aus verschiedenen Teilschritten zusammen. Letztendlich ist es dem Unternehmen selbst überlassen, wie es den Anforderungen der ISO 50001 genügen möchte. Diese schreiben nicht vor, wie das EnMS auszusehen hat. Daraus ergibt sich für das Management ein gewisser Gestaltungsspielraum.

In einem ersten Schritt legen Sie sich in Ihrem Betrieb auf eine bestimmte Energiepolitik fest. Hierbei handelt es sich um eine formale Erklärung, welche Ziele Ihr Unternehmen mit dem Aufbau des EnMS verfolgt. Welchen Grad der Energieeffizienz möchten Sie erreichen, wie hoch soll der Verbrauch sein und für welchen Einsatz ist die Energie vorgesehen? Diese Fragen gilt es zu beantworten.

Zu den weiteren Schritten gehört die Energieplanung mit der Ermittlung der vorhandenen Energiequellen und einer Beurteilung des aktuellen Energieverbrauchs. Zudem gibt das Management eine Einschätzung ab, wie hoch der zu erwartende Energieeinsatz in der Zukunft ausfällt. Außerdem sind geeignete Energieleistungskennzahlen zu implementieren. Sie sollen die Überwachung der energiebezogenen Leistung ermöglichen.

Danach kommt es zur Umsetzung des EnMS. Hierbei spielen Faktoren wie die Mitarbeiterschulung oder die Dokumentation eine Rolle. Zudem ist eine Ablauforganisation erforderlich, um die gesteckten Energieziele zu erreichen. Alle Prozesse, die die energiebezogenen Leistungen bestimmen, sind zu überwachen. In einem letzten Schritt sollte auch eine laufende Bewertung des Managements erfolgen.

Warum sollten Sie eine Energiemanagement Software einsetzen?

Softwarebasiert lassen sich viele Aufgaben erleichtern, die mit dem Management der Energie zusammenhängen. Dank der einheitlichen Datenerfassung zu Kosten, Emissionen und Verbräuchen lässt sich eine unternehmensweite Transparenz herstellen. Die Energiemanagement-Software entlastet Ihre Mitarbeiter und dient der Prozessautomatisierung.

Anpassungen sind in der Software mit geringem Aufwand möglich, wenn sich Änderungen bei der Nutzungsart, der Erfassungsstruktur, den Tarifen und Emissionsfaktoren oder bei den Energieträgern ergeben. Auf Grundlage der Datenerfassung führen Sie aussagekräftige Detailanalysen durch.

Eine Energiemanagement-Software ist in vielen weiteren Bereichen hilfreich bei der Umsetzung eines EnMS. Dazu gehören insbesondere die Dokumentation, die Gewährleistung verlässlicher Informationsflüsse oder die Definition von Strukturen und Zuständigkeiten. Handelt es sich um eine Cloud-basierte Lösung, haben Ihre Mitarbeiter von überall aus Zugriff auf die für ihre Arbeit und Entscheidungen relevanten Informationen.

Der Einsatz von Software ist durch das BAFA förderfähig. Auf der Website des Bundesamtes sind die Programme der verschiedenen Entwickler aufgeführt, für die sich eine Förderung beantragen lässt. Das erfolgt gemäß der Richtlinie „Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft – Zuschuss“.

Der bimanu-Ansatz

Die Bimanu Cloud ist eine „All in One“-Plattform für die Erfassung und Analyse Ihrer Energiedaten.

Somit brauchen Sie keine weiteren Softwaresysteme und haben all Ihre Datenbereiche – von Energieverbräuchen bis hin zu Kaufmännischen Daten – in einem.

Die können mithilfe der Bimanu Cloud Ihre gesamte Wertschöpfungskette transparent darstellen und sogar neue Technologien wie Machine Learning in Verbindung mit der vorausschauenden Wartung einsetzen.

Durch die Überwachung mithilfe von Dashboards haben Sie immer einen Blick auf die aktuellen Zahlen, können schnell in die Analyse gehen und Einsparpotentiale erkennen. Die Dashboards sind überall und jederzeit über mobile Endgeräte aufrufbar.

Sie erhalten außerdem individuelle Nachhaltigkeitsberichte und den Nachweis für Ihre Kunden, dass Sie die Anforderungen erfüllen.

Dank unseres Baukastenprinzips können Sie klein starten und damit schnell in die Umsetzung kommen – wir können Ihnen ein vorzeigbares Resultat innerhalb von zwei Wochen liefern.

energiemanagment dashboard beispielbericht 1

Fazit

Ein Energiemanagement-System bietet Ihrem Unternehmen viele Vorteile. Sie erhalten einen Überblick über Ihren Einsatz und den Verbrauch von Energie und können einschätzen, wie effizient Sie bereits wirtschaften. Die Umsetzung des EnMS ist aber mit viel Aufwand verbunden. Sinnvoll ist daher häufig die Verwendung einer Energiemanagement-Software, um Arbeitsabläufe im Zusammenhang mit dem Energiemanagement zu vereinfachen, zu beschleunigen und zu automatisieren.

Laden Sie jetzt die Checkliste runter und finden Sie heraus, ob Sie im Energiemanagement bereits gut aufgestellt sind!

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Über den Autor

Swen Göllner ist Gründer und Geschäftsführer von bimanu GmbH und bimanu Cloud Solutions GmbH, zwei Unternehmen, die sich auf Business Intelligence, Data Warehouse und Cloud-Anwendungen spezialisieren.Er hat einen Abschluss in Wirtschaftsinformatik von der F.O.M Fachhochschule für Ökonomie und Management Neuss und einen MBA General Management von der Düsseldorf Business School an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.Außerdem ist er Host des Podcasts „Wertgeschätzt – der Business Intelligence Podcast“ – der Nummer 1 Business Intelligence Podcast und Autor des Buches „33 Impulse für einfache Datenstrategien im Mittelstand ZEIT SPAREN, KOSTEN SENKEN, UMSATZ STEIGERN“.

Swen Göllner

Gründer & Geschäftsführer

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